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Braucht man wirklich die Top-Workstation – oder reicht der kleine Bruder?

Braucht man wirklich die Top-Workstation – oder reicht der kleine Bruder?

Eine ehrliche Einschätzung für Korg, Roland und Yamaha.

Die Frage, die sich fast jeder stellt

Yamaha Montage M oder MODX M? Roland Fantom 7 EX oder Fantom 07? Kronos oder Nautilus – oder reicht sogar der Krome? Wer ein Workstation-Keyboard kaufen will, steht früher oder später vor dieser Frage. Und das nicht ohne Grund: Der Preisunterschied zwischen Top-Modell und kleinem Bruder ist oft erheblich. Ein Yamaha Montage M8x kostet rund 4.296 Euro, der MODX M 8 liegt bei rund 1.849 Euro – also einem Drittel des Preises. Da fragt man sich zurecht, ob man für das Geld wirklich dreimal mehr Keyboard bekommt.

 

Die ehrliche Antwort: Für die meisten Keyboarder reicht das günstigere Modell vollkommen aus. Aber 'die meisten' heißt nicht 'alle' – und zwischen den großen Dreien kann sich diese Aussage noch einmal deutlich unterscheiden. Genau in diesen Unterschieden steckt der Teufel. Dieser Artikel hilft dir, die entscheidenden Fragen fuer deine Situation zu stellen.

Yamaha: Montage M vs. MODX M

Yamaha hat bei der Klangerzeugung konsequent durchgezogen: Sowohl der Montage M als auch der MODX M nutzen dieselbe AWM2-, FM-X- und AN-X-Engine. Das bedeutet, der Grundsound ist derselbe – und das ist ein wichtiger Punkt. Wer auf keyboard-sounds.com Sounds für den Yamaha kauft, kann sie auf beiden nutzen. Volle Kompatibilität, kein Wenn und Aber.

 

Was fehlt bei der MODX M? In erster Linie der zweite Stereo-Output. Das klingt technisch, hat aber konkrete Konsequenzen: Wer seinen Klick-Track oder ein In-Ear-Signal separat aus dem Keyboard routen will, braucht mindestens zwei Ausgänge. Mit der MODX M geht das nicht – da ist Schluss. Wer mit einer Band auf der Bühne steht und einen sauberen Monitormix will, ist mit dem Montage M klar besser bedient. Wer dagegen einfach in die PA geht oder zuhause produziert, wird diesen Unterschied nie vermissen.

Roland: Fantom 7 EX vs. Fantom 07

Roland hat die Fantom-Linie klar zweigeteilt: Beide Modelle teilen die ZenCore-Engine als Basis – und die ist gut, sehr gut sogar. Der Fantom EX geht darüber hinaus: Er bietet zusätzlich ACB-Modelle (Analog Circuit Behavior) sowie die sogenannten 'Models' für klassische Synthesizer-Sounds. Beim Fantom 07 gibt es die Models nicht – dafür aber einen wichtigen Unterschied beim Speicher: Der EX bringt 2 GB für Tastatur und Models sowie 2 GB auf den Pads. Der 07 hat dagegen nur 256 MB für Tastatur und Models, dafür ebenfalls 2 GB auf den Pads. Wer viele eigene Samples laden will, merkt diesen Unterschied deutlich.

 

Wichtig zu wissen: Der Fantom 07 hat zwei Stereo-Ausgänge – damit ist der separate Klick oder ein zweiter Monitormix kein Problem. Auch der Preis macht hier einen erheblichen Unterschied: Der EX liegt deutlich über dem 07, und für die meisten Live-Situationen ist der 07 das bessere Preis-Leistungs-Argument.

 

Der Vorteil bei Roland: ZenCore-Sounds sind weitgehend zwischen Fantom EX und Fantom 07 kompatibel. Wer also ZenCore-Presets kauft oder tauscht, kann diese auf beiden Geräten nutzen – das ist gut zu wissen beim Aufbau einer Sound-Bibliothek.

 

Fazit Roland: Wer auf ACB-Modelle verzichten kann – und das sind die meisten Bühnen-Keyboarder –, bekommt mit dem Fantom 07 ein vollwertiges Instrument mit zwei Stereo-Ausgängen zu einem deutlich günstigeren Preis. Der EX ist für alle, die den letzten Grad an Klangvielfalt und Authentizität in der Modellierung wollen.

Korg: Kronos, Nautilus und der Krome – drei Welten

Bei Korg ist die Sache komplizierter, denn hier gibt es nicht nur zwei Stufen, sondern drei – und die liegen weiter auseinander als bei den anderen Herstellern.

 

Der Kronos ist nach wie vor eine Legende: neun Klangerzeugungen in einem Gerät, darunter die HD-1-PCM-Engine, den SGX-2-Flügelsimulator, den CX-3-Orgel-Kloner und weitere. Die Nautilus übernimmt diese Engines komplett – sie ist im Wesentlichen ein Kronos ohne Touchscreen und mit leicht reduzierter Ausstattung, aber klanglich auf Augenhöhe. Beide haben mehrere Ausgänge, beide taugen für professionelle Bühnensituationen mit Klick-Anforderung.

 

Die der Krome ist eine andere Geschichte. Sie basiert auf der HD-1-Engine allein – kein SGX, kein CX-3, keine erweiterten Klangerzeugungen. Und: nur ein Stereo-Output. Für viele Coverbandkeyboarder, die gute PCM-Sounds in einer preiswerten Workstation suchen, ist sie trotzdem eine solide Wahl. Wer aber Klick braucht oder auf die speziellen Korg-Engines angewiesen ist, schaut in die Röhre.

 

Das größte Problem bei Korg ist die Kompatibilität: Sounds lassen sich nur teilweise vom Kronos zur Nautilus übertragen. Zur der Krome hin funktioniert das gar nicht – die Klangerzeugungen sind zu unterschiedlich. Das bedeutet: Wer Sounds kauft oder tauscht, muss immer auf das jeweilige Modell achten. Eine gemeinsame Bibliothek für alle drei gibt es nicht.

 

 

Übersicht: Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Hinweis: Preise sind Richtwerte (Stand 2024/25) und variieren je nach Händler und Ausstattungsvariante.

 

Kriterium

Korg

Roland

Yamaha

Modelle (Top → Mitte → Einstieg)

Kronos → Nautilus → der Krome

Fantom 7 EX → Fantom 07

Montage M → MODX M

Preisrange (ca.)

3.635 € / 1.900 € / 1000 €

3.869 € / 1.74900 €

4.2960 € / 1.849 €

Stereo-Ausgänge

2 / 2 / 1

2 / 2

2 / 1

Klick/Aux-Ausgang möglich

Ja / Ja / Nein

Ja / Ja

Ja / Nein

Klangerzeugung

9 Engines / 9 Engines / PCM

EX: ZenCore + ACB + Models | 07: ZenCore + Models

AWM2 + FM-X + AN-X (beide)

Tastatur-Optionen

88/73 gew. 61 ungew./88 gew. /76/61 ungew. / 88 gew. 61 ungew.

88 gew./76/61 ungew. (beide)

88 gew./76/61 ungew. (beide)

Sound-Kompatibilität

Teils Kronos→Nautilus, Krome: keine

ZenCore-Sounds weitgehend kompatibel

Vollständig kompatibel

Meine Sounds nutzbar?

Nur Kronos/Nautilus (teils)

Fantom EX + 07 (ZenCore)

Alle Modelle – volle Kompatibilität

Die eine Frage, die alles entscheidet

Brauchst du einen separaten Ausgang für Klick oder Monitor? Wenn ja, scheiden MODX M, Fantom 07 und der Krome alle aus – unabhängig von allen anderen Qualitäten. Das ist kein Schönheitsfehler, sondern ein technisches Limit, das sich im Live-Betrieb nicht wegdiskutieren lässt.

 

Wenn nein – und das ist bei der Mehrheit der Coverbandkeyboarder der Fall –, dann ist das günstigere Modell in fast allen Szenarien die klügere Wahl. Das gesparte Geld fließt besser in Sounds, Zubehör oder eine zweite Tastatur als in Features, die du auf der Bühne nie anfassen wirst.

 

Eine zweite Frage ist die nach dem Upgrade-Pfad: Wer heute mit einer MODX M startet und später auf den Montage M wechselt, kann seine gesamte Sound-Bibliothek mitnehmen. Bei Korg ist dieser Weg steiniger – und wer mit der Krome beginnt, fängt bei einem Modellwechsel zum Kronos oder Nautilus klanglich von vorne an.

Meine persönliche Einschätzung

Ich sehe das pragmatisch: Für rund 80 Prozent der Keyboarder, die live in einer Coverband spielen, reicht das mittlere oder günstigere Modell vollkommen aus. Die Klangerzeugung ist bei MODX M und Fantom 07 auf professionellem Niveau. Der Unterschied zur Topklasse ist auf der Bühne kaum zu hören – und im Publikum schon gar nicht.

 

Wer aber weiß, dass er Klick braucht, mit mehreren Bänden und unterschiedlichen Monitoring-Setups arbeitet, oder langfristig eine Bibliothek aufbauen will, die über Gerätegrenzen hinweg funktioniert: Der ist mit Yamaha am besten bedient. Volle Sound-Kompatibilität zwischen Montage M und MODX M ist ein Argument, das im Alltag wirklich zählt.

Sounds, die auf deinem Gerät funktionieren

Auf keyboard-sounds.com findest du professionelle Coversounds und Presets – mit klarer Angabe, für welche Geräte sie kompatibel sind. Für Yamaha gilt: Sounds für Montage M laufen auch auf der MODX M. Bei Roland kennzeichne ich ZenCore-kompatible Sounds entsprechend. Korg-Sounds sind modellspezifisch – bitte immer auf die Gerätekennzeichnung achten.

 

Direkt zum Shop: keyboard-sounds.com

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